Joanna Józefiak, Geschäftsführerin von Brandmed

Markus Jahn
Geschäftsführer der Elektro Jahn GmbH & Co. KG

​​Hier ist ein kurzes Interview mit Joanna Józefiak, Geschäftsführerin von Brandmed, zum Gewinn des ersten Deutsch‑Polnischen Wirtschaftspreises:

Interviewer:Was bedeutet dieser Preis für Ihr Zentrum in Słubice?

Joanna Józefiak:​  Er bestätigt unsere Vision: hochwertige, zweisprachige medizinische Versorgung direkt an der Grenze. Unsere Arbeit wird nicht nur lokal wahrgenommen, sondern dient auch als Modell für andere Regionen.

Interviewer:​​​ Wie wichtig ist das Nachbarland Deutschland für Ihren Geschäftserfolg?

Joanna Józefiak: ​ Für das Medizinische Zentrum Brandmed ist die Nähe zu Deutschland entscheidend und bildet eine der Grundlagen des Geschäftserfolgs. Hier sind die Hauptgründe: 
 · Die Zweisprachigkeit des Personals und die Betreuung deutschsprachiger Patienten ermöglichen eine effektive Gewinnung von Patienten aus Deutschland. 
 · Die Lage an der Grenze (Słubice/Frankfurt an der Oder) erleichtert den Zugang für Patienten aus beiden Ländern.
 · Die Zusammenarbeit mit deutschen Krankenkassen, wie z. B. Barmer, ermöglicht es deutschen Patienten, sich bei Brandmed ohne finanzielle Barrieren behandeln zu lassen.
 · Die hohe Qualität der medizinischen Dienstleistungen und die kurzen Wartezeiten sind besonders attraktiv für deutsche Patienten, die von langen Wartezeiten in ihrem Land erschöpft sind.
 · Das Spezial- und Rehabilitationsangebot ist oft kostengünstiger als in Deutschland, was einen zusätzlichen Anreiz darstellt. Umfassende logistische Unterstützung (Transport, Unterkunft, Übersetzungen) zieht Patienten aus dem Inneren Deutschlands an, nicht nur aus Grenzgebieten.

Gesundheitsfördernde Aktivitäten (z. B. Yoga, Pilates, Übungen für Senioren) richten sich auch an die deutsche Gemeinschaft. Starke Werbung in deutschen lokalen Medien erhöht die Markenbekanntheit jenseits der Oder.
Das Modell der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung ist die Zukunft der Medizin in Grenzregionen — Brandmed ist ein gutes Beispiel dafür. Zusammenfassend: Ohne Zugang zum deutschen Markt hätte Brandmed nicht die aktuelle Größe und das Renommee erreicht.

Interviewer:Ihr Zentrum hat auch den Einsatz grenzüberschreitender Rettungswagen ermöglicht?

Joanna Józefiak:​  Ja – vorher durften Patienten nur bis zur Brückenmitte gefahren und dort umgeladen werden. Nun fahren Krankenwagen vollständig über die Grenze, was in Notfällen entscheidend ist .

Interviewer:​​  Was sind Ihre nächsten Ziele mit Brandmed?

Joanna Józefiak:​  Wir möchten das Modell in anderen Grenzregionen ausrollen, zusätzliche Kooperationen mit deutschen Häusern intensivieren und medizinische Lücken auf beiden Seiten schließen. Durch Investitionen in moderne Medizintechnik wird Brandmed sicherstellen, dass die Einwohner der Region Zugang zu einer hochwertigen Gesundheitsversorgung haben. Die Zusammenarbeit mit deutschen medizinischen Zentren kann den Austausch von Wissen und Erfahrung fördern und das Niveau der Dienstleistungen in der Region anheben. Zukünftige Generationen werden die Möglichkeit haben, durch Ausbildungsprogramme und Praktika in Brandmed-Einrichtungen eine Karriere in der Medizinbranche zu machen. Die Nähe zu Deutschland fördert den Austausch und die Ausbildung von Personal, wodurch die Fähigkeiten der lokalen Mitarbeiter verbessert werden.

Interviewer:​​ Welche Rolle spielt bei Ihnen Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung – und insbesondere Abbau von Barrieren in Zugang zu grenzüberschreitenden Angeboten?

Joanna Józefiak: ​Brandmed trägt aktiv zur nachhaltigen Entwicklung und zur sozialen Verantwortung bei, indem wir die Verfügbarkeit von Gesundheitsdienstleistungen verbessern und die Gesundheitserziehung in der Grenzregion fördert. Mit innovativen Lösungen in den Bereichen Telemedizin, nachhaltige Infrastruktur und grenzüberschreitende Zusammenarbeit baut das Unternehmen Barrieren für Gesundheitsdienstleistungen ab und schafft ein integriertes und leichter zugängliches Gesundheitssystem sowohl in Polen als auch in Deutschland.

Interviewer:​​ Letzte Frage – was wünschen Sie sich sich für die Zukunft der deutsch polnischen Gesundheitszusammenarbeit?

Joanna Józefiak: ​ Mehr politische Unterstützung, reibungslose rechtliche Rahmenbedingungen, und dass unser grenzüberschreitendes Gesundheitsmodell zur Norm wird – im Interesse der Patient:innen auf beiden Seiten.

​Hier ist ein kurzes Interview mit Markus Jahn, Geschäftsführer der Elektro Jahn GmbH & Co. KG, anlässlich der Verleihung des ersten Deutsch‑Polnischen Wirtschaftspreises Pro Europa Viadrina am 29. Juni 2025:

Interviewer:​​Herr Jahn, herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung mit dem Deutsch Polnischen Wirtschaftspreis! Wie fühlt sich das an?

Joanna Józefiak:​  ​Vielen Dank! Wir sind unglaublich stolz – besonders, weil unser Projekt „Praktikum bei Elektro Jahn“ gemeinsam mit der Fachschule in Gorzów als Vorbild für grenzüberschreitende Zusammenarbeit gewürdigt wurde

Interviewer:​​​ ​​Was steckt hinter dem Projekt „Praktikum bei Elektro Jahn“ und wie ist es dazu gekommen?

Joanna Józefiak: ​ ​Die Kooperation mit der Berufsschule aus Gorzow ist u.a. durch unsere Öffnung in Richtung Polen und Zusammenarbeit mit dem BVMW entstanden. In Zusammenarbeit mit einem Berufsschulkomplex aus Gorzów (Polen) haben wir in diesem Jahr die ersten Praktikanten bei uns in Frankfurt (Oder) begrüßen können. Sie konnten ihr verpflichtendes Praktikum in unserem Unternehmen absolvieren und dabei wertvolle Erfahrungen im deutschen Handwerk sammeln. Für uns ist dieses Projekt mehr als nur ein Praktikumsprogramm — es ist ein Beitrag zur deutsch-polnischen Zusammenarbeit und ein wichtiger Baustein unserer Nachwuchsförderung. Die jungen Talente haben in den Bereichen Elektroinstallation, Gebäudetechnik und Smart-Home-Lösungen mitgearbeitet und moderne Technologien sowie unseren betrieblichen Alltag kennengelernt. Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler waren durchweg positiv, und auch für unser Team war es eine bereichernde Erfahrung. Es freut uns besonders, dass wir mit diesem Projekt nicht nur berufliche Perspektiven eröffnen, sondern auch den internationalen Austausch und die persönliche Weiterentwicklung der jungen Menschen fördern konnten.

Interviewer:​​Warum ist dieses Programm so wichtig für Ihr Unternehmen und die Region?

Joanna Józefiak:​  ​Wir bieten nicht nur zukunftsweisende Ausbildungschancen, sondern fördern auch interkulturelle Kompetenzen – genau das, was unsere Euroregion braucht. Gleichzeitig schaffen wir auch Zukunftsperspektiven für junge Menschen, nach der Schule in der Region tätig zu sein.

Interviewer:​​  ​​Wie reagiert Ihr Team auf die Zusammenarbeit mit den polnischen Praktikanten?

Joanna Józefiak:​  ​Unser Team – insbesondere Ausbilder wie Sascha Löpert und unser Planer Filip d’Huêt – haben gezeigt, wie engagiert und herzlich sie die jungen Praktikant:innen betreuen. Der Austausch läuft hervorragend.

Interviewer:​​ Was bedeutet der Preis konkret für Elektro Jahn?

Joanna Józefiak: ​​​Diese Würdigung durch den BVMW und Partner betont, dass wir mit diesem Programm ein nachhaltiges Zeichen setzen. Grenzüberschreitende Kooperation ist kein Lippenbekenntnis, sondern gelebte Praxis .

Interviewer:​Welche Pläne verfolgen Sie als nächstes?

Joanna Józefiak: ​ ​Wir möchten dieses Modell weiter ausbauen – mit weiteren Schulen, vielleicht auch in anderen Regionen – und so jungen Menschen noch mehr Perspektiven eröffnen.

Interviewer:​ Was ist Ihnen als Unternehmerin / Unternehmer wichtig. Welche Werte leben Sie in Ihrem Unternehmen?

Joanna Józefiak: ​ ​​Bei Elektro Jahn stehen Kompetenz, Qualität und Innovation im Mittelpunkt unseres Handelns. Seit über 30 Jahren verbinden wir Erfahrung mit technischem Know-how und bieten zuverlässige Leistungen in den Bereichen Elektroinstallation, Schaltschrankbau, Straßenbeleuchtung und Datentechnik. Uns ist es wichtig, mit der Zeit zu gehen und uns stetig weiterzuentwickeln. Daher investieren wir gezielt in neue Technologien wie Photovoltaik-Anlagen, Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität und moderne IT-Lösungen. Unsere Mitarbeiter sind das Herzstück unseres Unternehmens. Ihre Förderung und Ausbildung liegen uns besonders am Herzen. Mit Programmen wie „Ausbildung Plus“ und „YouMove“ unterstützen wir gezielt die berufliche und persönliche Entwicklung unseres Teams. Dabei legen wir großen Wert auf ein respektvolles Miteinander, Teamgeist und ein Arbeitsumfeld, in dem sich jeder wohlfühlen kann. Auch Nachhaltigkeit hat für uns einen hohen Stellenwert. Wir setzen auf erneuerbare Energien, betreiben eigene Photovoltaik-Anlagen und stellen unsere Fahrzeugflotte schrittweise auf Elektrofahrzeuge um. So leisten wir aktiv unseren Beitrag zum Umweltschutz. Im Mittelpunkt all unserer Aktivitäten steht die Zufriedenheit unserer Kunden. Langjährige Partnerschaften und ein verlässlicher, engagierter Service sind für uns selbstverständlich – denn wir verstehen uns nicht nur als Dienstleister, sondern als verlässlicher Partner an Ihrer Seite.

Interviewer: Abschließend – was wünschen Sie sich für die Zukunft der deutsch polnischen Wirtschaftszusammenarbeit?

Joanna Józefiak: ​ ​​Ich wünsche mir mehr solcher Projekte, eine stärkere Unterstützung von Politik und Verbänden. Bildung und praktische Erfahrungen über die Grenze hinweg sind entscheidend für ein gemeinsames, erfolgreiches Europa.
Wichtig ist insbesondere der Abbau von bürokratische Hürden bei der Förderung deutsch-polnischer Projekte für Unternehmen, um eine reibungslose, effiziente und nachhaltige grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu ermöglichen und dadurch Innovation und Wachstum auf beiden Seiten zu fördern.

​Mit dem Projekt „Praktikum bei Elektro Jahn“ setzt das Unternehmen ein nachhaltiges Zeichen für bilaterale Zusammenarbeit – und dafür gab es zurecht den Preis.